Daniel Gottlob Moritz Schreber
(* 15. Oktober 1808 in Leipzig;
† 10. November 1861 in Leipzig) (1)
Ernst Innozenz Hauschild
(* 1. November 1808 in Dresden;
† 6. August 1866 in Leipzig) (2)
Heinrich Karl Gesell
(* 8. Juni 1800 in Liegnitz;
† 4. September 1879 in Leipzig) (3)
wie alles begann ...
Der Leipziger Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber erkannte sehr früh die Wirkung negativer Folgen der Industrialisierung und Urbanisierung auf die Kinder und setzte sich für die Errichtung von Kinderspielplätzen ein. Hier sollten sich unter pädagogischer Anleitung Kinder und Jugendliche körperlich ertüchtigen.
Am 10. Mai 1863 wird auf Initiative des Direktors der 4. Bürgerschule zu Leipzig, Dr. phil. Ernst Innozenz Hauschild, von Lehrern sowie Eltern von Schülern ein Erziehungsverein gegründet, den sie nach dem 1861 verstorbenen Leipziger Dr. med. Daniel Gottlob Moritz Schreber benennen.
Zu den Aufgaben des Schreberverein gehören, die Errichtung und Pflege der Anlage eines Spielplatzes, den Aufbau einer Bibliothek für Lehrer und Eltern sowie der Organisation von Vorträgen über Erziehung und Unterricht
Die Einweihung des ersten "Schreberplatzes" findet dann am 29. Mai 1865 statt. Der Vereinsvorsitzende des ersten Schrebervereins, der Bildhauer Franz Schneider, verpflichtet sich eine jährliche Pacht von 104 Talern für sechs Jahre zu zahlen und das Areal am Johannapark zu Leipzig nur als Spielplatz zu nutzen.
Ernst Hauschild hält die Festansprache:
"Nun seht, Kinder, so sollt auch ihr in Zukunft einen Platz haben, auf den ihr manchmal herauskommen könnt in die schöne freie Gottesnatur, dass euch der Blick wieder frei wird und auch euch das Herz wieder weit wird. Ihr singt in der Schule so oft das Liedlein: Wie reizend, wie wonnig ist alles umher!' Nun wohlan, singt es heute einmal hier in der schönen freien Gottesnatur!"
Der pensionierte Oberlehrer Karl Gesell, der in der Geschichte der Schrebervereine als "Spielvater Gesell" eingegangen ist, lässt im Jahr 1868 am Rande des Platzes Beete anlegen. Die Kinder sollen sich bei der Gartenarbeit körperlich ertüchtigen.
Jedes Mitglied des Vereins konnte ein kleines Stückchen Wiesenfläche erhalten, und so wurden aus Kinderbeeten, Familienbeete. Die Kosten für die Umgrabung und Herrichtung trug jeder selbst. Später wollte man, das Erbaute auf den Familienbeeten vor unberufenen Händen schützen. Ebenfalls sollten kleine Schutzhütten die bei Regen und Unwetter als Unterstellmöglichkeit dienten, erbaut werden. Und so friedete man die Beete ein und baute zierliche Lauben - die ersten kleinen Gärten entstanden. Bereits 1870 waren 100 Gärten eingerichtet worden.
Am 1. Mai 1891 werden die "Bestimmungen über Zweck und Ziel der Schrebervereine" verabschiedet.
Die Tätigkeit der Vereine erstreckt sich: a) auf die Kinder, b) auf die Eltern der Kinder & c) auf Kinder und Eltern gemeinschaftlich."
"Der Zweck der Schrebervereine ist, im Sinne der verewigten Schuldirektor Dr. Hauschild und Dr. med. Schreber für die leibliche und geistig-sittliche Erziehung der Kinder nach besten Kräften zu wirken. Die Leitung des Vereins liegt dem Vorstande ob, welcher durch den Spiel- und Gartenausschuss unterstützt wird.
1898: Radikale Bodenreformer forderten die Verstaatlichung des Bodens, die gemäßigten waren für die Bereitstellung von Boden für Siedlungszwecke, wobei die bestehenden Besitzverhältnisse auf gesetzlichem Wege nur soweit geändert werden sollten, als für die Erfüllung der Siedlungsaufgaben erforderlich war.
Das Reichssiedlungsgesetz vom 11. August 1919, das Hessische Landesgesetz vom 1. September 1919
sowie die Kleingärten- und Pachtlandordnung vom 31. Juli 1919 schafften die Grundlagen für den Siedlungsgedanken.
Kleingartenwesen in Butzbach ab 1919
10. Oktober 1919: Ausschusssitzung über die Gründung eines Kleingartenbauvereins in Butzbach.
14. Februar 1920: Gründerversammlung. Der Verein wird zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert.
Er erhält den Namen: Kleingartenbauverein e. V. Butzbach.
9. November 1920: Eine erste Satzung des Vereins wird verabschiedet.
Alexander Wilhelm Heil
1. Vorsitzender 1920-1921
Gründungsmitglied im
Jahre 1919 (4)
Bruno Wittig
1. Vorsitzender 1921-1932
Gründungsmitglied im
Jahre 1919 (5)
Im Jahr 1932 wird Dr. Heinz Scheller, Bürgermeister der Stadt Butzbach. Im folgenden Jahr wird er dann Mitglied in der SA (Sturmabteilung) und der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei).
Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten beginnt 1933 das Jahr der Gleichschaltung.
Alle Bereiche von Politik, Gesellschaft und Kultur werden gemäß den nationalsozialistischen Vorstellungen reorganisiert.
1. Mai 1933
Festumzug in Bad Nauheim
Festwagen des Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands
(26)
Die vermeintlich unspektakuläre politische Gleichschaltung des "Reichsverbandes der Kleingartenvereine Deutschlands" (RVKD) in eine gemeinnützlich tätige Bewegung in der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft, erfolgte rechtlich auf dem Reichskleingärtnertag in Nürnberg vom 28.-31. Juli 1933.
Eingeleitet wurde sie aber bereits am 6. Mai 1933 auf Anordnung der Reichsleitung der NSDAP, Amt für Agrarpolitik.
Hans Kammler übernimmt im Auftrag der NSDAP die Führung des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands.
16. September 1933: Der Landesbauernführer von Hessen-Nassau gibt bekannt, dass der Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler e. V. nun unter nationalsozialistischer Führung stehe. Gesetzes Ziel wird es von nun an sein, die im Reichsbund vereinigte Kleingärtnerschaft -die zu einem erheblichen Teil im marxistischen Lager steht -zum nationalsozialistischen Staat hinzuführen.
Ende 1933: Fachliche und politische Schulungen der Mitglieder unter zwei wesentlichen Gesichtspunkten:
"Die Verbundenheit von Blut und Boden, ist die Grundlage von Staat und Volk"Reichsbauernführer A. Walther Darré"Gemeinnutz geht vor Eigennutz. - Die Nutzung des Landes in Pacht und Eigentum verpflichtet jeden Volksgenossen und gibt ihm erst nach Erfüllung seiner Pflichten Rechte."Reichsbundleiter Hans Kammler
Es erfolgt eine Umbenennung des Vereins in:
Kleingärtner-Verein Butzbach e. V., Mitglied des Reichsbundes der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands.
Die Satzung des Vereins erhält den Zusatz: Die Arbeit im Dienste des nationalen Staates.
Wilhelm Luft
1. Vereinsführer 1933-1934 (25)
Nach Rücksprache mit der Ortsgruppe der NSDAP in Butzbach entzog Anfang März 1934 der Landesvorsitzende Krug, Wilhelm Luft das Amt des Vorsitzenden. Die Partei war der Auffassung, ein Wechsel in der Vereinsführung des Kleingärtnervereins ist dringend erforderlich.
Am 30. Januar 1934 werden per Gesetz die parlamentarischen Vertretungen der Länder abgeschafft. Damit wird der am 31. März 1933 eingeleitete Prozess der Gleichschaltung der Länder mit dem Reich abgeschlossen.
Butzbach wird ab 1934 wieder Garnisonsstadt und dem Verein wird neues Gartenland zugewiesen. Die Einzäunung der Anlage Gambacher Weg beginnt.
Am 25. März 1934 wird Konrad Emrich, Stadtrat für die NSDAP und Feldschütz, von Stadtgruppenführer Willi Rümmler aus Friedberg mit der Wahrnehmung der Geschäfte als 1. Vereinsführers des Kleingärtnervereins Butzbach e. V. betraut.
1. April 1934: Der Verein wird der Stadtgruppe Friedberg der Kleingärtner im Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e. V. sowie der Landesgruppe Hessen-Nassau der Kleingärtner e. V. unterstellt.
Konrad Emrich
1. Vereinsführer 1934-1945
Zusatztitel:
Erster Diener des Vereins (6)
Bruno Wittig
2. Vereinsführer 1934-1944 (7)
Für Bruno Wittig wurde ein
Verbot der Gegenzeichnung ausgesprochen.
Wilhelm (Willi) Rümmler
Stadtgruppenführer der Stadtgruppe Friedberg der Kleingärtner im Reichsbund der Kleingärtner und Kleinsiedler Deutschlands e. V. (8)
Von 1934-1944 Kontrolleur der Kleingartenvereine im Auftrag der Landesgruppe Hessen-Nassau der Kleingärtner e. V.
In Braunschweig findet vom 26. - 28. Juli 1935 der 2. Reichskleingärtner- und Kleinsiedlertag statt.
Auf diesem Kongress begründet Reichsbundleiter Hans Kammler die Rolle des Kleingarten- und Kleingartenwesens im Rahmen der "Ernährungs- und Erzeugerschlacht". Das Ziel der NS-Politik für die Ernährungs- und Erzeugerschlacht ist die Ernährungssicherung des deutschen Volkes für die künftige Kriegswirtschaft sowie die Prüfung der Wehrfähigkeit der Kleingärtner und die systematische Selektion unter den Kleingärtner- und Siedlerfamilien. Besonderes Augenmerk liegt bei den sogenannten "asozialen", "rassisch Minderwertigen" und "politisch Andersdenkenden".
"Die Sanierung alter und die Schaffung neuer Anlagen habe eine große Bedeutung für die Arbeitsbeschaffung. In Deutschland gibt es 5,3 Millionen Kleingärtner und Kleinsiedlerfamilien. Das Ziel muß es sein, künftig gesunde und wertvolle Volksgenossen in großer Anzahl mit dem Boden zu verbinden."
Reichsbundleiter Hans Kammler
Mit dem Blick nach vorn, unterzeichnen am 1. Juni 1939 der 1. Vereinsführer Konrad Emrich sowie stellvertretend für den Armenfond der Stadt Butzbach, Bürgermeister Dr. Richard Mörschel, einen neuen und für die neuen Machthaber in Form gebrachten Pachtvertrag. Die Pachtzeit erstreckt sich erstmalig
auf 20 Jahre.
1. September 1939: Mit dem Ausbruch des Krieges führte eine Verordnung des Reichsarbeitsminister Franz Seldte zu einem verbesserten gesetzlichen Schutz der Kleingartenanlagen. Es durften Anlagen nur noch zum Zweck der Reichsverteidigung gekündigt werden.
Am 21. März 1940 beginnt die "Brach- und Grabelandaktion" im ganzen Reichsgebiet. In Kleingartenanlagen werden nun auf Blumenrabatten und Spielplätzen Gemüse und Kartoffeln angebaut. Vorbild für diese Maßnahme, ist die "Kriegsgemüselandannahme" des 1. WK.
Am 26. November 1944 erfolgte über Butzbach ein verlustreicher Fliegerangriff durch die Alliierten mit 44 Toten, 37 Schwer- und über 200 Leichtverletzten. Einen Monat später am 27. Dezember 1944 erfolgte ein weiterer verlustreicher Fliegerangriff mit 8 Toten, 4 Schwer- und 30 Leichtverletzten.
15. Dezember 1944: Herausgabe der "Verordnung über Kündigungsschutz und andere kleingartenrechtliche Vorschriften".
Auf der Grundlage dieses Gesetzes, dürfen bestehende Pachtverträge über kleingärtnerisch genutztes Land von Seiten des Verpächters nicht mehr gekündigt werden. Zwei Ausnahmen gibt es dennoch: zum einen im Interesse des "Gemeinwohls" und zum anderen die der "Reichsverteidigung".
22. Februar 1945 "Operation Clarion": Durch die Bombardierung der Wetterau durch die Amerikaner, wurde auch Butzbach in Mitleidenschaft gezogen. Ein Bombenteppich ging zwischen der Nussallee und Bollwerk nieder. Sehr viel Gartenland in der Anlage Bollwerk ging dadurch verloren. Das ehemalige Gartengelände bis weit in die Gutenbergstraße war übersät von silbrig glänzenden Bombensplittern.
Ende Februar 1945 wird Konrad Emrich in seiner Ausübung als Feldschütz und der Verfolgung von Feldfrevel in Kämpfe verwickelt und gilt danach lange Zeit als verschollen.
Durch den Niederländischen Gräberdienst (Nederlandse Gravendienst) ist seit längerem bekannt, das Konrad Emrich auf der Deutschen Kriegsgräberstätte (Duitse Militaire Begraafplaats) in Ysselsteyn im Block K Reihe 4 Grab 83 begraben liegt.
Am 29. März 1945 besetzte die 6 US-Panzerdivision unter Befehl von Generalmajor Grow, Butzbach.
Die US-Streitkräfte erreichten Butzbach über die "Reichsstraße 3" aus Nieder-Weisel kommend. Dr. med. Mansfeld geht ihnen alleine entgegen und erwartet sie am Haus Weiseler Straße 64.
Am 8. Mai 1945 tritt die Gesamtkapitulation des NS-Staats in Kraft.
Das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa.
1945: Mit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches, wurde auch der Reichsbund deutscher Kleingärtner aufgelöst. Von nun an waren die Kleingartenvereine und -verbände auf sich selbst gestellt. Sämtliche Vereinstätigkeit ruhte.
Mitte des Jahres 1945: Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor, im Hintergrund sind die Kriegsruinen der Berliner Innenstadt zu sehen.
Um der Mangelernährung zu entkommen, nutzten die Einwohner freie Flächen in der zerstörten Stadt, um Kartoffeln und Gemüse anzubauen (27).
Bruno Wittig
1. Vorsitzender 1945-1955
Bürgermeister der Stadt Butzbach
von 1945-1949 (9)
Attentat vom 20. Juli 1944:
Bruno Wittig kam nach dem 20. Juli 1944 zum wiederholten Male nach Dachau in KZ-Haft. Bei seiner zweiten Verhaftung vermutete die Gestapo eine Zusammenarbeit mit dem früheren hessischen Innenminister Wilhelm Leuschner, der enge Verbindungen zum Verschwörerkreis des "20. Juli" hatte und am 29. September 1944 in Berlin-Plötzensee durch den Strang hingerichtet wurde. Trotz der neuen Haussuchungen fand die Gestapo das Parteibuch von Bruno Wittig nicht. Er hatte es an die hintere Wand seines Bücherschrankes geheftet.
22. Juni 1946: Nach einem Neubeginn erhält der Verein den Namen: Kleingartenbauverein e. V. Butzbach.
1946: Das Kleingartenwesen wird in die Hessische Verfassung aufgenommen. Unter Art. 42 Abs. 2 steht:
"Aufgabe der Bodenreform ist vor allem, den land- und forstwirtschaftlichen Boden zu erhalten und zu vermehren und seine Leistungen zu steigern,
Bauern anzusiedeln und gesunde Wohnstätten, Kleinsiedlerstellen und Kleingärten zu schaffen."
Errichtung neuer Anlagen in den Jahren 1946 & 1947: Von drei Butzbacher Landbesitzern wurde Privatland in Anspruch genommen werden. Die Verteilung von 203 Gärten nahm die Stadt Butzbach vor und die Pächter wurden dem Verein zugeführt. Das von der Stadt und von Privatleuten übernommene Land wurde dem Verein in Generalpacht übergeben.
1947 war das Ergebnis dieser räumlichen Ausdehnung, der Verein gründete sieben neue Kleingartenanlagen. Es entstanden die:
- die Anlage Ackerflur VIII Nr. 186 sog. Solmserstraße, zwischen Hausbergstraße & Großer Solmserstraße;- die Anlage Klärbecken (Dr. Küchel) sog. Am alten Klärbecken, Küchel-Anlage;- die Anlage Griedeler Straße sog. rechter Hand der Griedeler Straße, beim Friedhof;- die Anlage An der Umgehungsstraße sog. Am Ostheimer Weg;- die Anlage Grüninger-Held sog. Hinter dem Gerätemagazin, Amerikanischer Motorpool;- die Anlage Alböhn sog. Die Alböhn;- der Ackergrund Flur 4 (Flurstück 44/1 & Flurstück 45) sog. Oberhalb der Fischwiese
Im Jahr 1948 hat der Verein 417 Mitglieder, verteilt auf 367 Gärten. Durch das so genannte „Wirtschaftswunder“ erleben auch die Kleingärtner einen gewaltigen Aufschwung. Der Anbau von Nutzpflanzen ist nicht mehr vorrangig - während des Krieges nahm der Kartoffel- und Gemüseanbau bis zu 90% der Gartenfläche in Anspruch – jetzt blühen wieder Blumen und Sträucher.
Mitte des Jahres 1948 wird der Ackergrund Flur 4 mit den Flurstücken 44/1 & 45 in Anlage Heinrich-Schneider-Siedlung umbenannt.
Heinrich Schneider (Bild links, 1932 / Fahne Eiserne Front) ist für den Vereinsvorsitzenden kein Unbekannter. Bereits im Jahr 1945 war er Namensgeber für die Peter Gemeinde-Siedlung (Wohnsiedlung), die in "Heinrich-Schneider-Siedlung" umbenannt wurde. Der gelernte Bäcker Heinrich Schneider war SPD-Vorsitzender und zusammen mit Alexander Wilhelm Heil und Bruno Wittig, Mitglied im "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund republikanischer Kriegsteilnehmer", Ortsgruppe Butzbach, einem überparteilichen Schutzverband der Weimarer Koalition (SPD, Zentrum, DDP) zum Schutz der ersten deutschen Demokratie.
Die Organisation bestand ursprünglich aus Veteranen des Ersten Weltkriegs, später war sie offen für alle republiktreuen Bürger und wurde zu einer Massenorganisation mit 1,5 Millionen Mitgliedern. Ab 1933 wurde sie durch die Nationalsozialisten verboten und verfolgt. Zu Ehren von Matthias Erzberger, Friedrich Ebert, Friedrich Ludwig Weidig und Walter Rathenau wurde am 14. Juli 1928 das Schrenzer-Republikdenkmal von "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, Bund republikanischer Kriegsteilnehmer" eingeweiht. Es ist das Denkmal von vier Männern, die im Kampfe für Freiheit und Gerechtigkeit ihr Leben lassen mussten.
Die Stele blieb von 1927-1933 auf dem Schrenzer und wurde am 10. April 1933 von den Nationalsozialisten gesprengt.
1949: Gründung der Bundesorganisation Verband deutscher Kleingärtner e. V. .
Im Jahr 1954 wurde das Kreisgartenfest verbunden mit dem 35-jährigen Bestehen des Vereins, in Butzbach veranstaltet. (10)
Im Jahr 1960 feierte man das 40-jährige Bestehen des Kleingartenbauvereins Butzbach e. V
in der "alten Turnhalle" zu Butzbach.
Im Jahr 1967 begann die Errichtung des Vereinsheim in der Anlage Gambacher Weg. Mit der Namensgebung als "Jakob-Berg-Heim", wurde es 1971 feierlich eingeweiht.
Emil Bender
1. Vorsitzender 1955-1964 (11)
Jakob Berg
1. Vorsitzender 1964-1969 (12)
Jakob Müller
1. Vorsitzender 1969-1979 (13)
1994: Ehrenmitglied
Adolf Gräf
1. Vorsitzender 1979-1986 (14)
1986: Ehrenvorsitzender
Das Jahr 1970 war geprägt von der 50-Jahr-Feier des Vereins. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde ein Festschrift vorgestellt. (15)
15. April 1971: Zum Schutz von Pächter und Verein erarbeitete der Landesverband Hessen der Kleingärtner e. V.
eine Richtlinie im Umgang mit Pachtverträgen für kleingärtnerisch genutztes Land.
1973: Der Ehrenvorsitzende und Gründer des Vereins - Bruno Wittig - verstarb im Alter von 87 Jahren.
1977: Gründung der Anlage Steinkaute
Frühjahr 1978: Zwischen dem Magistrat der Stadt Butzbach sowie dem Kleingartenbauverein e. V. Butzbach,
vertr. d. d. 1. Vorsitzenden Jakob Müller werden neue Pachtverträge für die Grundstücke Flur 4. Nr. 44/1 & 45, Gemarkung Butzbach, Flurbezeichnung: ober der Fischwiese (heute: Heinrich-Schneider-Siedlung) sowie Flur 3. Nr. 351, Gemarkung Butzbach, Flurbezeichnung: Am roten Berg (heute: Anlage Gambacher Weg) aufgesetzt und unterzeichnet.
Der Pachtvertrag mit dem Armenfonds von 1939 verlor seine Gültigkeit und die Pachtverhältnisse liefen nun auf unbestimmte Zeit.
1980: Aufgrund des Rücktrittes des Kreisbeauftragten Jakob Müller wurde die Kreisgruppe Friedberg der Kleingärtner aufgelöst,
der Kleingartenbauverein Butzbach e. V. trat nun dem Stadt- und Kreisverband der Kleingärtner Gießen e. V. bei
Durch die Neustrukturierung erhält der Verein die Benennung: Kleingartenbauverein Butzbach e. V..
Adolf Gräf als Vorsitzender, veränderte den administrativen Bereich grundlegend. Bei Bewerbungen, Kündigungen o. a. Pachtverträgen ist die neue Satzung maßgebend. Bei Bauvorhaben sind nun die vom Gesetzgeber erlassenen Richtlinien einzuhalten. Erstmalig in der Vereinsgeschichte wurde ein klares Konzept vorgestellt über die Aufgabengebiete eines Obmanns, das im wesentlichen organisatorisches Talent, Durchsetzungsvermögen und Eigeninitiative beinhaltet.
1980: 60-jähriges Jubiläum des Kleingartenbauverein Butzbach e. V.
1981: Der Verein wird vom Finanzamt Friedberg als gemeinnütziger Verband anerkannt.
1. April 1983: Inkrafttreten des Bundeskleingartengesetz (BKleinG).
Mit dem BKleingG wurde die vorherige Regelung abgelöst, die zum Teil auf älteren Reichsgesetzen sowie dem Kleingartenänderungsgesetz vom 28. Juli 1969 basierte. Es konnte eine einheitliche Rechtsgrundlage für Kleingärten in den alten Bundesländern geschaffen werden.
22. Mai 1984: Die Kleingartenanlagen Gambacher Weg, Heinrich-Schneider-Siedlung sowie Steinkaute (Gemarkung Butzbach), werden in dem rechtskräftigen Flächennutzungsplan der Stadt Butzbach als Dauerkleingärten dargestellt.
In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde im Juni 1984 die neue Vereinssatzung und Gartenordnung zur Abstimmung vorgelegt und genehmigt.
Willi (Bubi) Halberg
1. Vorsitzender 1986-2002 (15)
Ursula Pätzold
2. Vorsitzende 1988-1990 (16)
Erste Frau im Vorstand
des Kleingartenbauverein
Butzbach e. V.
Jahreshauptversammlung 1989
Für seine 25-jährige Mitgliedschaft im Butzbacher Kleingartenbauverein wird August Schwienherr ausgezeichnet. (links im Bild)
Zu den ältesten Mitgliedern im Verein zählt Elisabeth Kalb (r.), die ihren 90. Geburtstag feiert und immer noch regen Anteil am Vereinsgeschehen nimmt. (17)
1989: Errichtung einer Schutzhütte (Grillhütte) in der Anlage Steinkaute.
Nach der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990, wurden im
§ 20a des Bundeskleingartengesetzes (BKleingG) Überleitungsregelungen für das Beitrittsgebiet geschaffen.
Hier wird geregelt, wie bestehende Kleingartennutzungsverhältnisse nach dem Beitritt weitergeführt werden und Nutzungsverträge wie Pachtverträge behandelt werden, wenn sie vor dem Beitritt geschlossen wurden.
Die deutschen Kleingärtner werden 1990 unter dem Dach des Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. vereint.
1995: 75-jähriges Jubiläum des Kleingartenbauverein Butzbach e. V..
Festabend im Bürgerhaus Butzbach und die Herausgabe einer Festschrift. (18)
Der 1. Vorsitzende Willi Halberg hält in der Jahreshauptversammlung 1999 eine Brandrede über die Atmosphäre im Verein der Jahre 1998-1999.
"Das Kleingartenwesen ist in seinen Funktionen zutiefst sozial.
Das ist immer so gewesen, seit es Kleingärten gibt. Arbeitergärten in der Zeit der Industrialisierung unseres Landes belegen dies eindeutig. Diesem sozialen Charakter des Kleingartenwesens wurde die Kleingartenordnung aus dem Jahre 1919 wie auch das Bundeskleingartengesetz von 1983 gerecht.
Durch soziale gesetzliche Bestimmungen soll gewährleistet werden, dass Kleingartenland in erster Linie den Menschen in unserer Gesellschaft zur Verfügung zu steht, die es aus sozialen Gründen besonders brauchen - und das sind bekanntlich die Bürger mit geringerem Einkommen (Mieter von Etagenwohnung in den Wohnblöcken unserer Städte, sowie vor allem kinderreiche Familien, deren Kinder außerhalb der vorgeschriebenen Ruhezeiten auch mal etwas lauter sein dürfen, dafür sind es Kinder, die wir alle auch einmal waren, was von manchen Pächtern scheinbar vergessen wird.
Kleingärten und das mit ihnen verbundene Vereinswesen ermöglichen für viele das unabdingbare Miteinander, ohne das eine Gesellschaft nicht lebensfähig sein kann. Dieses Mit- und Füreinander schafft Lebenssinn und Lebensfreude. Gemeinsames und zielgerichtetes Tun in der Gemeinschaft hilft, die Selbstachtung zu stärken. Diese wiederum ist eine wichtige Voraussetzung für die Bereitschaft, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.
Die Kleingärtner selbst, sollten ihren Beitrag leisten und durch ihr Engagement für die Gemeinschaft dafür sorgen, dass Kleingärten, Kleingärten bleiben und so auch in Zukunft ihre sozialen Aufgaben erfüllen können."
Karl-Heinz Schier
1. Vorsitzender 2010-2018 (21)
2015: Ehrenbrief des
Landes Hessen
Willi (Bubi) Halberg
2004: Ehrenvorsitzender (19)
2003: Ehrenbrief des
Landes Hessen
Günther Steckenreuter
1. Vorsitzender 2003-2010 (20)
2012: Ehrenvorsitzender
2008: Ehrenbrief des
Landes Hessen
Hildegard (Hilde) Häberle
Obfrau 2007-2023 (23)
Erste Obfrau im
Erweiterten Vorstand
des Kleingartenbauverein
Butzbach e. V.
2010: 90-jähriges Jubiläum des Kleingartenbauverein
Butzbach e. V. (22)
In der Mitgliederversammlung am 9. März 2019 wird eine überarbeitete Satzung vorgestellt und durch Abstimmung werden die Änderungen angenommen.
Im Laufe des Jahres 2019 wird eine neue Satzung und die nun getrennte und ebenfalls überarbeitete Gartenordnung an alle Mitglieder verteilt.
9. September 2023: Namensänderung des Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e. V. (BDG) in Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e. V. (BKD)
Kai Siegl
1. Vorsitzender seit 2018 (24)
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(1) © Bild aus Seite 372 in "Die Gartenlaube" 1983 / Bildunterschrift: Dr. D.G.M. Schreber / Auf Holz gezeichnet von Adolf Neumann / www.commons.wikimedia.org, (2) © Lithographie-Porträt: Dr. Ernst I. Hauschild / Leipzig, 1857 / www.zvab.com, (3) © Karl Gesell um 1870 / www.commons.wikimedia.org, (4) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (5) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (6) © Stadtarchiv der Stadt Butzbach, (7) © parlamente.hessen.de, (8) © Stadtarchiv der Stadt Butzbach, (9) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (10) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (11) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (12) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (13) © Butzbacher Zeitung / Bildarchiv / 1976, (14) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (15) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (16) © Butzbacher Zeitung / Bildarchiv / 1988, (17) © Butzbacher Zeitung / Bildarchiv / 1989, (18) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (19) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (20) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (21) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (22) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (23) © Butzbacher Zeitung / Bildarchiv / 2007, (24) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (25) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (26) © Kleingartenbauverein Butzbach e. V., (27) © Picture1598_fb_Berlin1945